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http://www.drsl.de/?v=herbstwaldlauf_bottrop
Alles zum Herbstwaldlauf und Ultramarathon Bottrop
http://www.adler-langlauf.de
D-46 Bottrop


07.11.2004
32. Bottroper Herbstwaldlauf
Bottrop Bottrop
(LIW)
Ergebnisse:
  • http://www.frielingsdorf-datenservice.de/veranstaltungen_2004.php

    02.11.2003
    31. Bottroper Herbstwaldlauf 10 + 25 km + Dt. Meisterschaften 50 km
    Wuppertaler Ultrasenioren Wuppertaler Ultrasenioren
    (menz) 2 Wuppertaler Ultrasenioren waren mit Erfolg über die 50 km am Start. Karl-Heinz Tews belegte in der DM Wertung Rang 5 (M50) in 3:52:42 (pers. Bestzeit) und Gerd Dürr (beide LLG St. Augustin) Rang 15 (M45) in 4:21:21 (pers. Bestzeit).
    Fotos:
  • http://www.adler-langlauf.de/
    Ergebnisse:
  • http://www.adler-langlauf.de/

  • 04.11.2018 (drsl.de)
    Herbstwaldlauf

    05.11.2017 (drsl.de)
    Herbstwaldlauf

    02.11.2014 (drsl.de)
    Bottroper Herbstwaldlauf
  • Bericht von Andreas Bußmann

    07.11.2010 (drsl.de)
    38. RWW-Herbstwaldlauf + Ultamarathon Bottrop

    08.11.2009 (drsl.de)
    10. Bottroper Ultramarathon

    08.11.2009 (drsl.de)
    Bottroper Herbstlauf

    02.11.2008 (drsl.de)
    Bottroper Herbstwaldlauf und Ultramarathon

    04.11.2007 (drsl.de)
    35. Bottroper-Herbstwaldlauf
  • Bericht von Michael Gunia

    05.11.2006 (drsl.de)
    Bottroper Herbstwaldlauf
  • Bericht von Christian Volk
  • Bericht von Ingo Redeker
  • Bericht von Andreas Braukmann
  • Bericht von Claudia Spix
  • Bericht von Elke F@ber

    30.10.2005 (drsl.de)
    Bottroper Herbstwaldlauf
  • Bericht von Christian Volk
  • Bericht von Claudia Spix
  • Bericht von Tanja Gabriele Klein
  • Bericht von Volker Söhnitz

    30.10.2005 (drsl.de)
    ULTRAMARATHON BOTTROP

    07.11.2004 (drsl.de)
    32. Herbstwaldlauf und 6. Ultramarathon
  • Bericht von Christian Volk
  • Bericht von Claudia Spix
  • Bericht von Beate Hanna
  • Bericht von Muriel Yvon

    02.11.2003 (drsl.de)
    Herbstwaldlauf

  • 08.11.2002: Ultramarathon im Kohlenpott ... ist anders als man denkt (Gerd Dürr)
    Bottroper Ultramarathon am 3. November 2002
    
    Als Mitveranstalter des Remscheider Röntgenlaufes, ebenfalls ein Ultra,
    wollte ich es mir nicht nehmen lassen, auch meine Ultrafähigkeiten zu
    beweisen. Stand ich am 27.10.02 doch voll unter Organisatorenstress und
    konnte nicht laufen.
    
    3. November 2002.Ich nehme die Einladung von Karlheinz TEWS von der
    LLG-St.Augustin an und fahre also mit ihm nach Bottrop. Aber halt. Wo
    liegt eigentlich Bottrop. Irgendwo im Ruhrgebiet, so hinter Essen oder
    so... was weiß ich .. Karlheinz hatte aber einen Städteatlas dabei ...
    der Städteatlas kennt sogar Bottrop ...also los geht’s. Was treibt einen
    normalen Menschen /Rheinländer schon nach Bottrop. Nein, nichts gegen
    diese Stadt, ich bin halt nur noch nie dagewesen. Egal. „Ist
    kompliziert“ meint Karlheinz „letztes Jahr habe ich mich auch verfahren
    .. da müssen wir früh los ..“. Na toll.
    Irgendwie landen wir dann  am Rande von Bottrop und eine einsame
    Dackelbesitzerin im westfälischen Dauerregen schickt uns nach
    Kirchhellen zu irgendeiner Zeche. Von einem hier stattfindenden
    Ultramarathon weiß sie nichts. Kirchhellen ist falsch. Egal. Wir haben
    noch Zeit. Zur Zeche Prosper Haniel sollen wir. Was ist das überhaupt
    für ein Name, Prosper Haniel? Klingt wie ein französischer Dichter. Aber
    wen wundert das, heißen doch andere Zechen „Zollverein“ oder „Luise“
    oder so, sind meine weiteren Gedanken, während mir Karlheinz von seinen
    Ultrabestzeiten vorschwärmt.
    Gibt es überhaupt noch Zechen im Ruhrgebiet, ich dachte die wären alle
    platt, denke ich so vor mich hin, während Karlheinz mir von den Vorzügen
    erzählt, ein Ultraläufer bei der DUV zu sein, sogar mit eigener Zeitung.
    Triathleten wie ich scheinen seiner Ansicht nach wohl eher ein bisschen
    minderbemittelt zu sein. Ich frage lieber nicht nach. Eigentlich sind
    wir Freunde, haben wir doch mal beim gleichen Verein in Remscheid mit
    dem Laufen angefangen. Egal. Suchen wir die Zeche. Noch ahne ich nicht,
    dass ich bald darüber belehrt werde, wie wunderbar man Zechenkultur und
    Ultramarathon zu einem großartigen Erlebnis zusammenfügen kann. 
    Wir kurven so ein wenig ratlos durch Bottrop, dann kommen wir zu
    irgendeiner Dieter-Renz-Halle oder so ähnlich.Wieso haben die den Ultra
    denn nicht hierhin verlegt, dann wären wir schon da. Hier habe ich mich
    letztes Jahr auch verfahren, meint Karlheinz lakonisch. Na prima. Frag
    mal jemanden. Ist aber kein Mensch auf der Strasse bei dem Regen so um
    7Uhr30 morgens. Egal, fahr mal nach links, Kalle.
    Ach, ich glaub wir sind da, freut sich plötzlich Karlheinz. Stimmt.
    Plötzlich taucht so mitten im Grünen (verstehe überhaupt nicht wieso,
    ich dachte Zechen wären mitten in einer grauen, von rauchenden Schloten
    umgebenen Stadt) die Zeche Prosper Haniel auf. Man ist noch emsig mit
    dem Aufbau der Veranstaltung beschäftigt, während wir uns einen
    Parkplatz auf dem großen Platz vor Prosper Haniel frei aussuchen können.
    Es regnet in Strömen und so bleiben wir erst einmal im Auto sitzen. Nach
    und nach kommen andere Autos, deren langlaufende Besitzer Karlheinz alle
    kennt. Alle von der DUV, strahlt Karlheinz, kenn ich alle, alles starke
    Läufer - während ich so langsam Zweifel bekomme, ob meine Triakollegen
    nicht doch recht haben mit der Behauptung, Ultra sei bekloppt. Ich solle
    lieber mehr auf dem Rad trainieren. Das hätte ich nötiger.
    Langsam werde ich kleinlaut. Man, wieso unbedingt 50 Kilometer, warum
    nicht den Cronenberger Geländelauf am heutigen Tag über 10 Km? Cross
    läufst du doch so gern, sagt meine innere Stimme zu mir. Weil ich das
    anderen Läufern einfach zugetraut habe, zu Hause auf unserer
    „Mörderstrecke im Bergischen Land“, selbst will ich es auch können,
    antworte ich mir selber.
    Dann geht alles Schlag auf Schlag. Nachmeldung. Freundliche Leute hier
    allenthalben. Welchen Verein gebe ich an? Röntgen-Sport-Club? Eigentlich
    kein Sportverein, sondern  nur der Ausrichter des Remscheider
    Ultras.Wahrheitsgemäß schreibe ich Tri-Club-Wuppertal auf den Zettel.
    Dann ab in die Umkleide – und dann die erste Überraschung: eine echte
    Waschkaue. Kein Bergbaumuseum wie in Bochum. Da war ich mal vor Jahren.
    Nein, echt. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Weisskaue heißt
    das Ding. Hier kommt man nur mit sauberer Kleidung als Bergmann rein,
    dann hängt man seine Sachen in einen Korb, der ungefähr so aussieht, wie
    der Kölschglasständer der Köbesse in Köln (echt, fahrt mal zum „früh“
    nach Köln) und muss dann in die nächste Kaue, oder so ähnlich. 
    Ich schütte meinen Rucksack komplett aus (eine richtige Tasche wäre
    jetzt schön) und suche mir ein paar Sachen heraus. Was ziehe ich nur an?
    Es regnet draußen noch.Was, wenn ich nach 25Km aussteige und dann auf
    Karlheinz warten muss. Der steigt bestimmt nicht aus, dieser Verrückte
    von der DUV. Der will alles bis zum Schluss genießen. Wenn ich
    aussteige, muss ich doch warm bleiben und Geld brauche ich dann auch.
    Alles will gut überlegt sein. Ich entschließe mich für ¾ Tights, 2
    Funktionshemden übereinander und darüber meine Weste vom letzten
    Radmarathon in Vorarlberg. Ländlemarathon. Die Distanzen dieses
    Radmarathons stehen hinten auf der Weste drauf:160 und 230 Km. Es steht
    aber nicht dabei, dass es ein Radmarathon ist. Na, vielleicht halten
    mich die Anderen jetzt auch für einen echten Ultra. Mal sehen. 
    Bevor es raus in den Regen geht wartet noch eine Prozedur auf mich, die
    einfacher aussieht als sie ist. Ich muss meinen schweren Rucksack unter
    die Decke der Waschkaue hieven. Kein Problem. Am Kölschglasständer sind
    auch Haken. Daran hänge ich meinen Rucksack und ziehe frohen Mutes die
    Kette mit der rechten Hand nach unten. Die rastet aber nicht da ein wo
    sie soll, sondern sammelt sich auf der Bank. Ich greife kurz um, um dann
    mit der linken Hand weiter zu machen, da saust der Rucksack wieder nach
    unten. Scheisse. Erneutes Spiel, gleiches Ergebnis. Dann wieder keinen
    Erfolg. Bergmann zu sein ist doch schwerer als ich dachte. Täusche ich
    mich, oder fangen die Läufer neben mir langsam an zu grinsen. Egal.
    Irgendwie, frag mich aber nicht wie, kann ich den Kölschglasständer doch
    noch samt Rucksack unter die Decken schießen und begebe mich nach
    draußen. Kette Nummer 75 war es. Das merke ich mir. Da gibt’s hinterher
    kein endloses Ausprobieren wie beim Seilchenziehen auf der Kirmes. Man
    muss eben clever sein als Bergmann. Jetzt aber raus. Es geht durch einen
    endlos langen Gang. Gelegentlich stehen Bergleute an der Seite und
    wundern sich über nichts mehr. Merkwürdig, die sind alle weiß angezogen.
    Ich dachte, Kohle wäre schwarz. Egal. Dieses Mysterium kann ich jetzt
    nicht klären. Ich muss laufen.
    Kleines Starterfeld. Haben wir denen hier mit unserer Veranstaltung
    Teilnehmer weggenommen? Wäre Schade; wollten wir auch nicht. So an die
    120 Ultras. Alle sehen aus, als täten sie nichts anderes als Ultra
    laufen im Leben. Vollmotiviert. Karlheinz ist nervös wie ein Rennpferd,
    aber auch Willens, diese Tour schnell hinter sich zu bringen. Ich stelle
    erste Überlegungen an, bei 25Km elegant auszusteigen. Ischiasbeschwerden
    glaubt mir jeder, schließlich habe ich die wirklich. Und in der Tat:.
    Mein linker hinterer Oberschenkel tut wieder weh. Diese verfluchten
    Wanderschmerzen, die in der linken Pobacke beginnen und dann
    runterziehen. Manchmal bis in den Fuß. Muss ich doch bei 25Km
    aussteigen? Mein Entschluss steht fest und schon geht es mir besser.
    Eigentlich könnte ich doch gleich beim den 25ern mitlaufen, eine
    Viertelstunde später, überlege ich noch, da geht es auch schon los. Ich
    trotte einfach mit. 5er Schnitt und ein bisschen was drauf. Was soll’s.
    Karlheinz bleibt ständig bei mir. Man lauf doch mal nach vorne, du bist
    gut drauf, rufe ich ihm zu. Der grinst nur und bleibt bei mir. 5er
    Schnitt. Manchmal auch ein bisschen langsamer. Nach 15 Km verabschiedet
    er sich Richtung Spitze und ruft mir noch zu, steig bloß nicht aus. Nee
    is klar, kann ich noch antworten und freue mich darauf, bei 25 Km unter
    die Dusche zu können. 
    Noch 35Km. Man was für ein harte Kante. Aber die Sterecke ist gut.
    Flach. Ganz anders als im Bergischen. Gut so. Der Trial führt unentwegt
    durch einen riesigen Wald. Alleine würde ich mich verlaufen. Aber alles
    ist gut ausgeschildert. Alle 5Km Verpflegungsstände, geführt von gut
    gelaunten Mitmenschen. Das hilft. 
    Manchmal kommen wir an einem See vorbei, auf welchem hunderte von
    Stockenten schwimmen. Gelegentlich treffen wir auf einen Wanderer. Alles
    in allem aber ein sehr einsamer Lauf in der Natur. Eben typisch Bottrop.
    Wie war das noch mit Ruhrgebiet(?) .. egal, kann ich jetzt nicht klären.
    Wie ist das eigentlich, wenn ich hier mitten im Wald in den Graben
    stürze und nicht mehr weiter kann... werde ich dann Tage später von
    einem Förster gefunden .. nee ..die haben doch bestimmt auch Radfahrer,
    die die Strecke abfahren oder so .. aber ich bin noch nie gestürzt bei
    einem Wettkampf und so vertreibe ich diese merkwürdigen Gedanken wieder.
    
    Meine Zwischenzeit macht mir mehr Sorgen. Wenn ich so weiter schleiche,
    habe ich bei 25 Km 2Std.20Minuten auf dem Konto. Wo soll das enden? Mehr
    als 4Std.30 will ich aber nicht brauchen. Dennoch halte ich mich zurück.
    Ich habe überhaupt keine Lust auf einen hammermäßigen Einbruch und dass
    ich dann gehen muss. Laufe ich womöglich 5 Stunden. Egal. Ein T-Shirt
    bekomme ich trotzdem. Oder lieber aussteigen? Zweimal musste ich dieses
    Jahr einen plötzlichen Einbruch hinnehme. In Steinfurth beim Marathon
    und in Hückeswagen beim Mitteltriathlon. Jedes Mal zu schnell
    angegangen. Nein, diesmal nicht. 
    Es geht so auf das Ende der ersten Runde zu.25Km. Für eine Strecke von 2
    km kann man sehen, wer einem entgegen kommt. Man sind das viele ... und
    auffallend viele Frauen sind auch dabei. Bin ich wirklich schon letzter?
    Na ja, gleich steige ich ja sowieso aus. Vorbei. Ab in die Waschkaue.
    Mein Oberschenkel tut mir immer noch weh, die Beine werden auch immer
    schwerer. In der Zielkurve stehen Leute und klatschen. Ich laufe erste
    einmal nach links, Wendeschleife, trotte auf die Strecke zurück und dann
    sagt der Sprecher durch die Beschallungsanlage, jetzt verlässt uns Gerd
    Dürr aus Wuppertal und geht auf die zweite Runde. Mindesten 30 Leute
    klatschen nur für mich. Ist der Spreche verrückt geworden oder was?
    Jetzt geht Gerd Dürr für Sie unter die Dusche, hätte der sagen sollen.
    Aber die Leute sind alle sehr nett hier, verdammt, probierst du es halt,
    sag ich mir und jogge zunächst noch etwas missmutig auf die zweite
    Runde. Hinter mir drückt Einer. Er will überholen. Allmählich werde ich
    bissig. Das ist meistens ein gutes Zeichen. Nee komm Junge, du nicht
    auch noch, es haben mich schon hunderte überholt heute (geht eigentlich
    gar nicht, es waren nur 120 am Start, aber es kam mir so vor), jetzt
    reicht es, und wenn ich bei 40Km einbreche. Ich ziehe ein wenig das
    Tempo an. Mein Hintermann, ich weiß leider nicht wer es war, bleibt noch
    kurz dran und fällt dann ab. Klappt doch. Siehste! Allmählich fallen mir
    auch meine eigenen Leistungen wieder ein. Gut, ich bin kein Ultramann,
    aber die langen Belastungen müsste mein Körper eigentlich kennen. Er ist
    gesund ernährt und hart austrainiert. Jetzt will ich die Zinsen sehen,
    und zwar in bar. 
    Ich halte das Tempo einfach aufrecht und nichts tut mehr weh. Ja gut,
    der Ischias, aber schlimmer wird es auch nicht.Rückenprobleme halt, das
    Laster älterer Leute.
    Bis Km 5 habe ich schon drei Sportler überholt. Ich fühle mich plötzlich
    frischer als in der ersten Runde. Es läuft. Dann sehe ich die Gruppe der
    Polizeisportler aus Altenessen vor mir. Die sahen bei Km 25 verdammt gut
    aus und haben mich stehen lassen. Die laufen in einer Gruppe mit
    Radbegleitung, ich alleine. Vorsicht. Soll ich vorbei oder wäre das
    Übermut? Werde ich jetzt größenwahnsinnig? Dranbleiben? Ehe ich mich
    versehe, bin ich vorbei. Oh man, ob das reicht? Dann direkt noch zwei
    bis drei weitere Sportkollegen eingesackt und es läuft immer noch. Mal
    nach links, mal nach rechts.Hauptsache Wald. Zweimal überhole ich Leute
    mit Camelbags auf dem Rücken. Wäre mir zu lästig beim Laufen... egal...
    jeder wie er will. Längst hat es aufgehört zu regnen und es wird ein
    wenig wärmer. Ich hätte Lust meine Weste auszuziehen und einem Radfahrer
    ins Ziel mitzugeben. Es kommt aber keiner. Meine Überholmanöver halten
    an. Die Marathondistanz nähert sich. Vorsicht Junge, sehr oft hast du
    diese Grenze noch nicht überschritten. Letztes Mal am Edersee, mein
    erster 50er vor 2 Jahren,da hat dich hier der kleine, dickliche Typ von
    der Kelly-Familie sang- und klanglos abgehängt. Klassischer Einbruch bei
    Marathon. Egal, weiterlaufen. Der Einbruch kommt nicht. Zwar werden
    allmählich die Beine etwas schwerer, aber sie fliegen noch. Man kennt
    dieses Gefühl als Läufer. Die Beine kommen noch gut, man bekommt sie gut
    nach oben und nach vorne, noch deutet sich kein Schlurfgang an, wie
    früher so oft ... noch keine Schmerzen gepaart mit Blei an den Beinen,
    wie beim Reifenauswuchten ... . Marathonmarke vorbei. Gut, dass ich
    nicht ausgestiegen bin bei 25Km. Scheint ein netter Mensch zu sein,
    dieser Veranstaltungssprecher. Umarmen könnte ich ihn jetzt. Ganz
    Bottrop könnte ich umarmen. Eine Bärenlaune macht sich breit  Ich fühl
    mich stark. Noch 7 Kilometer. Es geht wieder an diesem See vorbei, der
    auch in Kanada hätte sein können. Der einzige Streckenposten klatscht.
    Ich dreh mich kurz um. Keiner zu sehen. Er hat nur für mich geklatscht.
    Danke! 
    Jetzt sind es nur noch 5 Km. Wieder überhole ich Kollegen. Langsam werde
    ich übermütig. Ich würde gerne die Sportkollegen aufmuntern. Komm zieh
    mit, sage ich gelegentlich, ist nicht mehr weit. Aber meine Mitstreiter
    quälen sich zu sehr. Wahrscheinlich wäre mir in ihrer Situation so ein
    neunmalkluger Spruch auch auf die Nerven gegangen.
    Noch eine Verpflegungsstation. Zum wiederholten Mal nehme ich diesen
    mörderischen Cocktail aus Cola und Bananen zu mir.Würde ich
    normalerweise nie zu mir nehmen in dieser Zusammensetzung. Cola und
    Bananen, das klingt pervers, hilft aber.
    Dann Km 3. Ein Radweg. Dem Polizisten rufe ich zu, tschüss, danke, bis
    nächstes Jahr. Gutgelaunt begebe ich mich auf das asphaltierte
    Teilstück. Nichts, aber wirklich gar nichts kann mich jetzt noch
    aufhalten, denke ich völlig überzeugt. Selbst wenn ich mir in der
    nächsten Kurve noch beide Beine breche, dann krieche ich eben auf den
    Brustwarzen ins Ziel. Aber ich breche mir keine Beine mehr, überquere
    noch so eine Art Fluglandebahn ohne Flugzeuge und komme ins Ziel. Zweite
    Runde schneller gelaufen als die Erste. 4Std.29Minuten und ein paar
    zerquetschte Sekunden Endzeit. Und dann der Höhepunkt des Tages: Duschen
    in der Waschkaue. 
    Den Kölschglasständer bekam ich auch wieder herunter von der Decke, ohne
    dass er hart auf dem Boden aufschlug oder ich in wie ein freeclimber
    nach oben musste. Kette ist nämlich genau ausgemessen. 
    Dann unter die Dusche. Wasser kommt mit Hochdruck. Dort, wo sich nach
    schwerer Arbeit die Kumpels den Kohlenstaub von der Haut schrubben um
    schnell zu ihren Brieftauben zu kommen, so stelle ich mir das zumindest
    vor, hole ich mir eine seltsame, gelbe und klebrige Mischung mittels
    Duschgel und Wasser aus dem Gesicht. Es ist dies das Gemisch aus Sabber,
    Bananenresten, Papiertaschentuchfetzen und verschlabberter Cola. Aber
    das gehört dazu.
    Bottrop ist geschafft.
    Nächstes Jahr dann Deutsche Ulte-Meisterschaft in Bottrop. Von mir aus.
    
    Ach ja. Dritter in der Alterklasse wurde ich dann auch noch. Gut dass
    ich nicht ausgestiegen bin. Urkunde bekommen und ein Präsent. T-Shirt
    abgeholt und Kuchen gegessen.
    
    Und dann traf ich doch noch Bekannte. Zunächst die Remscheiderin Marlies
    Schmoll. Die 65jährige Läuferin, die aussieht wie 55. Sie ist letzte
    Woche erst Halbmarathon in Remscheid gelaufen, um hier die 25Km auf sich
    zu nehmen. Hartmut Seele, der Sieger des Röntgenmarathons musste sich
    hier eine Woche später nur einem Junghirschen aus der Ukraine geschlagen
    geben. Gut sei es ihm gegangen, nach dem Röntgenultra, kann er mir
    gerade noch erklären, dann treibt mich der Besucherstrom nach draußen.
    Karl Graf vom DUV/Pfalzdorf spreche ich noch an. Er ist auf dem WDR-Film
    vom letztjährigen Röntgenlauf in einer längeren Sequenz zu sehen. Nein,
    sagt er, kennt er nicht, aber an das Interview auf dem Massagetisch
    könne er sich erinnern. Adresse her, sag ich, ich schicke dir das
    Video.
    
    Nächstes Jahr auf der Deutschen holst du aber nicht so eine gute
    Platzierung wie heute, ulkt Karlheinz auf dem Rückweg nach Remscheid.
    Egal, sage ich, und nehme mir insgeheim vor, meine Zeit nächstes Jahr zu
    verbessern .. nächstes Jahr, in Bottrop, dieser netten Stadt im
    Ruhrgebiet .. kennt ihr Bottroper eigentlich den Röntgenlauf ?
    
    Gerd Dürr
    
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